1001kindernacht®
Die ganzheitliche Schlafberatung

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Auf dieser Seite postet 1001kindernacht® regelmässig Texte zu aktuellen Themen rund um das Thema kindliche Schlafentwicklung und Bindung.

19. Februar 2021

Liebende Eltern 

Wie Paare im Sturm des Elternseins verbunden bleiben


Wenn ein Paar ein Kind bekommt, verändert sich die Beziehung und beide müssen grosse Herausforderungen meistern. Einige Paare wachsen daran – andere zerbrechen. Der Alltag mit einem oder mehreren kleinen Kindern ist zumindest bei fehlender Unterstützung oder durch die Doppelbelastung berufstätiger Eltern sehr anstrengend. Es fehlt meist an gemeinsamer Paarzeit, an gegenseitigem Respekt und liebevollen kleinen Gesten, die die Bindung zwischen den Eltern stärken. 

In viele Schlafberatungen stellen wir Beraterinnen fest: Nicht das Verhalten des Kindes ist das Problem. Vielmehr belasten die Konflikte in der Paarbeziehung die Situation so sehr, dass schlaflose Nächte schlecht ertragen werden. Was können Paare, die den Eindruck haben, einander zu verlieren, tun, um sich wieder gegenseitig zu stärken und sich geliebt zu fühlen? Dafür braucht es nicht immer eine Paartherapie. Bereits kleine Massnahmen können grosse Wirkung zeigen.

Wenn es an Zeit fehlt...

Was den meisten Eltern neben der intensiven Betreuung eines kleinen Kindes logischerweise fehlt, ist gemeinsame Zeit als Paar. Ein ungestörtes Wochenende zu zweit ist gerade anfangs eher schwierig. Aber bereits kurze und regelmässige Momente der Zweisamkeit können die Beziehung stärken. Eltern können...

  • die Bindung des Kindes zu einer weiteren Bezugsperson (Grosseltern, Freunde, Nachbarn oder ein bezahlter Babysitter) aufbauen. Diese betreut das Kind vorerst vielleicht nur tagsüber und zu Hause oder geht mit ihm spazieren. Die Eltern nehmen sich bewusst Zeit für ein Gespräch, einen kurzen Ausflug oder einen zärtlichen Moment – und nicht für den Haushalt!
  • einen Abend pro Woche füreinander reservieren. An diesem Abend widmen sich beide, nachdem das Kind eingeschlafen ist, ganz bewusst einander (kein Netflix, kein Handykonsum etc...).
  • diese «Paarzeiten» regelmässig und als verbindliche Termine im Kalender einplanen. 
  • sich jeden Tag in der Mittagspause anrufen und kurz austauschen, wenn sie sich den ganzen Tag nicht sehen.

Wenn es an Raum fehlt...

Manchmal ist nicht (nur) die fehlende Zeit ein Problem, sondern der fehlende Ort, wo sich die Eltern begegnen können. Vielleicht liegen im Wohnzimmer überall Spielsachen herum oder das Kind schläft im Elternbett. Eltern können...

  • anstatt eines Kinderzimmers ein «Paarzimmer» einrichten. Dieses ist frei von Spielsachen, Wickeltisch etc... und auf die Bedürfnisse der Eltern ausgerichtet: Eine grosse Matratze, schöne Bilder, Kerzen, Musik etc... Der Ort soll beiden helfen, den Alltagsstress loszulassen und entspannt (kurze) gemeinsame Momente geniessen zu können.
  • (wenn das Kind bei ihnen schläft) die gemeinsame Schlaffläche so gestalten, dass die Eltern nebeneinander schlafen.

Wenn es an Energie fehlt...

Anstrengende Tage und schlaflose Nächte führen bei vielen Eltern zu grosser Erschöpfung. Wenn das Kind dann endlich schläft, ist das Bedürfnis nach Schlaf oft grösser als nach Paarzeit. Eltern können...

  • die Hausarbeit (vorübergehend) auf das Nötigste reduzieren. 
  • Familie und Freunde um Unterstützung bitten.
  • (wenn sie es sich leisten können) bezahlte Dienste nutzen: Ab und zu fertige Mahlzeiten per Lieferdienst bestellen, die Einkäufe vom Supermarkt nach Hause liefern lassen, eine Putzfrau engagieren...

Wenn es an Zärtlichkeit und Berührungen fehlt...

Kleine Kinder fordern unglaublich viel Zuwendung und Körperkontakt ein. Gerade Mütter sind dadurch oft so gesättigt, dass ihr Bedürfnis nach Kuscheleinheiten mit dem Partner im Moment keine Priorität hat. Berührungen und Zärtlichkeiten zwischen Paaren sind aber wichtig, damit die Liebe erhalten bleibt. Eltern können...

  • bewusst kleine Aufmerksamkeiten und Liebesbeweise in den Alltag einbauen (kurze Nachrichten am Badezimmerspiegel oder eine Praline am Arbeitsplatz).
  • sich täglich mindestens einmal bewusst anschauen und berühren, z. Bsp. immer nach dem Aufstehen oder beim Nachhausekommen. Eine 5-minütige Umarmung führt bereits zu einer Oxytozinausschüttung, die die Bindung stärkt. 
  • kurze «Dates» für Intimität abmachen und es mit Humor nehmen, wenn das Kind gerade dann nach ihnen ruft. 
  • den Fokus nicht nur auf Sex ausrichten: Auch Streicheln, Kuscheln oder Massieren schütten im Körper Glücks- und Bindungshormone aus.

Wenn es an Gesprächen fehlt... 

Kommunikation ist das A&O in einer Beziehung, die eine Veränderung erlebt. Kaum etwas stellt eine Beziehung so sehr auf den Prüfstand wie die Elternschaft. Ohne immer wieder offen und ehrlich miteinander zu reden, schafft das kaum ein Paar. Wenn die Kommunikation schwierig ist, können Eltern...

  • regelmässig zusammensitzen und einander erzählen, wie es ihnen gerade geht, was ihnen Freude macht und was ihnen fehlt, um glücklich zu sein. Damit sie nicht in Streitgespräche verfallen, können sie einen Gegenstand (z.Bsp. einen Stein) nehmen. Nur derjenige, der den Stein in der Hand hält, darf sprechen – der andere hört zu. Nach 5 Minuten wird gewechselt. 
  • sich bemühen, Ich-Botschaften zu machen. Aus «Du hilfst mir nie und kommst immer erst so spät nach Hause!» wird «Ich brauche Unterstützung und kann nicht alles alleine bewältigen. Ich warte dann immer sehnsüchtig auf Dich, damit Du mir hilfst.». 
  • sich daran erinnern, dass eine Familie nur dann glücklich sein kann, wenn sich jeder wahrgenommen fühlt, wenn jeder seine Bedürfnisse und Wünsche äussern kann und der andere mithilft, diese zu erfüllen.

Wenn es an Wertschätzung und Freude fehlt...

Wenn beide Eltern im Hamsterrad drehen und sich komplett überfordert fühlen, erkennen sie oft nicht mehr, was der andere eigentlich leistet, sondern machen sie gegenseitig nur noch destruktive Vorwürfe. Eltern können...

  • am Kühlschrank zwei leere Blätter aufhängen, wo jeder täglich etwas notiert, was er am anderen schätzt. Dadurch gewinnt die gegenseitige Dankbarkeit an Gewicht.
  • sich daran erinnern, dass sie ein Team sind und am selben «Projekt» arbeiten. Miteinander geht das viel besser als gegeneinander!
  • sich gegenseitig Freizeit gönnen! Die Beziehung wird nicht besser, indem das Paar alles gemeinsam macht. Jeder soll auch mal Zeit alleine verbringen oder mit Freunden weggehen dürfen. Danach begegnen sich beide wieder mit neuer Energie.
  • regelmässig zu zweit ein Candle-Light-Dinner veranstalten. Die Kinder essen vorher und werden von einem Elternteil in den Schlaf begleitet. Der andere nimmt sich Zeit fürs Kochen (oder bestellt den Lieferdienst). Kerzen auf den Tisch, schöne Musik – et voilà!
  • gemeinsam ein neues Hobby / Projekt starten: einen Tanzkurs, eine neue Sportart, einen Kochkurs, Ausflüge an bestimmte Orte... 
  • sich selbst lieben und wertschätzen! Menschen mit gutem Selbstwertgefühl sind auch liebe- und verständnisvollere Partner. Eine gute Beziehung beginnt immer mit der Beziehung zu uns. 

Sibylle Lüpold, in Zusammenarbeit mit den Schlafberaterinnen von 1001kindernacht® 

8. Februar 2021

Die Seite kleinstadt.ch veröffentlicht tolle Artikel für Familien zu ganz unterschiedlichen Themen. Darunter gibt es auch regelmässig Artikel zum Thema Schlafen, so der neuste: "Wie verkürzen wir das epische Abendritual?". 

"Gerade beim Schlafen geht es enorm stark um Beziehung. Warum? Weil die Müdigkeit und Dunkelheit beim Kind das Bedürfnis nach Bindung verstärken. (Ein)Schlafen ist eine sehr emotionale Sache und da Kinder noch kaum Fähigkeiten entwickelt haben, ihre Emotionen zu regulieren, werden Familienabende oftmals zu höchst emotionalen Momenten. In vielen Familien spielen sich über Monate bis Jahre hinweg allabendliche Dramen ab, denen alle Familienmitglieder (scheinbar) hilflos ausgeliefert sind..."

18. September 2020

In Zusammenarbeit mit Zsuzsa Bauer und dem Still-Lexikon ist dieser neue Text entstanden:

"Einschlafen an der Brust: Angewohnheit oder Grundbedürfnis?

Vielfach werden junge Mütter davor gewarnt, ihr Baby zum Einschlafen oder zur Beruhigung zu stillen – sie würden ihrem Baby eine schlechte Angewohnheit angewöhnen, die später nur ganz schwer abgewöhnt werden kann. Gleichzeitig erleben sie, wie effektiv ihre Babys durch Stillen beruhigt werden und wie entspannt und schnell sie dabei in den Schlaf finden. Aufgrund dieser Diskrepanz zwischen den Ratschlägen und der erlebten Realität geraten die Mütter in eine schwierige Zwickmühle.

Autorin  Sibylle Lüpold, Schlaf- und Stillberaterin, und Dr. Z. Bauer, Stillberaterin und Publizistin in der Stillförderung, erklären im folgendem Beitrag, warum die Warnungen haltlos sind, und nennen Gründe, die klar für das Einschlafstillen sprechen. Anschließend zeigen sie Möglichkeiten auf, wie häufige Herausforderungen rund ums Einschlafstillen gemeistert werden können..." Weiterlesen

Zum "Einschlafen an der Brust" gibt es auch einen wunderbaren Artikel des Kinderarztes Herbert Renz-Polsterwww.kinder-verstehen.de

 24. Mai 2020

Corona oder Distanz – was schadet uns mehr?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Corona unsere Gesellschaft dauerhaft verändern wird – ob im Positiven oder im Negativen wird sich zeigen. Menschen sind erstaunlich anpassungsfähige «Gewohnheitstiere» und Gewohnheiten, die wir länger als 30 Tage beibehalten, können sich verankern – eine Tatsache, die wir im besten Fall nutzen können, um ungünstiges Verhalten durch neues zu ersetzen... Weiterlesen


 7. Mai 2020

"Stillen – Kulturgeschichtliche Überlegungen zur frühen Eltern-Kind-Beziehung"

von Ursula Henzinger, Psychosozial-Verlag 2020 (Überarbeitete Neuauflage)

Mehr Infos siehe Buchtipps

 25. März 2020

Entspannt schlafen in Zeiten von Corona

Es ist eine herausfordernde Zeit, die wir als Gesellschaft gerade durchmachen. Wir reagieren alle anders auf die Veränderungen des Alltags und die aktuellen Belastungen... Weiterlesen


 13. Januar 2020

Aktuelles zum Plötzlichen Kindstod

Eine spannende und kritische Diskussionsrunde mit der Bundesbeauftragten des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) für Stillen und Ernährung, Aleyd von Gartzen sowie dem ärztlichen Direktor der Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik Tübingen, Prof. Dr. Christian Poetswww.ardo-akademie.de


16. Oktober 2019

Wie Babys einschlafen

Ein wunderbares Video von Nicola Schmidt und Weleda: www.youtube.com


25. September 2019

"Ich bereue rein gar nichts und das ist ein sehr schönes Gefühl"

Ein Interview mit Jaël (Schweizer Songwriter) zum Start ins "Muttersein"


15. August 2019

"Die neue Elternschule" von Margot Sunderland

Dorling Kindersley Verlag, München 2017

Mehr Infos siehe Buchtipps

 

28. Juli 2019

"Der Zauberkäfer" von Martin Sutoris

Das liebevolle Einschlafritual für Kinder, GU Verlag 2018

Mehr Infos siehe Buchtipps


 

4. Juli 2019

"Elternschule" - der Film

Am 3. Juli 2019 wurde der umstrittene Film "Elternschule", der die Erziehungsmethoden der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen beleuchtet, auf ARD ausgestrahlt. 1001kindernacht® nimmt dazu Stellung... Weiterlesen


21. Juni 2019

Müde Kinder brauchen Sicher- und Geborgenheit

Einige Kinderschlaf-Coaches vertreten die Ansicht, dass viele Eltern den richtigen Einschlafzeitpunkt ihres Kindes verpassen würden und das Einschlafen dann aufgrund der Übermüdung viel schwieriger sei. Durch die Übermüdung würde vermehrt Cortisol ausgeschüttet, was dem Kind schade. Von daher – so die Empfehlung – sei es besser, ein Kind frühzeitig alleine zum Schlafen hinzulegen und wenn nötig kurz schreien zu lassen, als es zu spät und übermüdet in den Schlaf zu begleiten... Weiterlesen.pdf