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Der Home-Kurs ist fertig! 

 

Der nächste Kleingruppen-Kurs in Bern findet 

an vier Vormittagen (23. / 30. August und 6. / 13. September) statt


Der nächste Wochenend-Kurs findet am 18./19. November 2017 statt


Mehr Infos: 

 

 

 Infos zum Stillen: www.still-lexikon.de


 

 

 

 

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15. Juni 2017


Der Einfluss der Sonne auf unseren Schlaf


Dass sich eine tägliche Sonnenlichtexposition po-sitiv auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt, ist längst erwiesen. Für „Mehr Licht!“ plädiert auch der Schlafexperte Peter Spork in seinem Buch „Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesell-schaft“. Via Lichtsensoren in der Netzhaut der Augen erhält unser Organismus die nötigen Im-pulse, um entweder wach zu sein (tagsüber) oder schläfrig zu werden (abends, wenn es dunkel wird). Es ist empfehlenswert, am Tag viel draussen zu sein (ohne Sonnenbrille!) oder – wenn das nicht möglich ist – zu Hause und am Arbeitsplatz für gute Lichtverhältnisse zu sorgen. Abends hingehen sollten wir auf helles und kaltes Licht (Handy, PC etc...) möglichst verzichten, da uns dies wach hält.


Der amerikanische Schlafforscher und Präsident der Sleep Research Society Jérôme Siegel ist der Frage nachgegangen, ob auch Menschen in ursprünglich lebenden Jäger-Sammler-Kulturen unter Schlafstörungen leiden.[1] Er fand heraus, dass diese nicht einmal ein Wort für „Schlafstörung“ kennen. In der Tat schlafen sie besser und sind tagsüber fitter. Und dies erstaunlicherweise, obschon sie viel weniger schlafen (nämlich nur ungefähr 6,5 Stunden) als der durchschnittliche Mensch in modernen Gesellschaften. Damit ist der Mythos, dass viel Schlaf wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit ist, teilweise widerlegt. Es geht vermutlich weniger um die Quantität als um die Qualität des Schlafs.

Als Ursache der besseren Schlafqualität sieht Siegel die tiefere Abend- und Nachttemperatur, da die Jäger und Sammler nicht in geheizten Räumen schlafen, die regelmässigen Aufwachzeiten und die vermehrte Lichtexposition tagsüber. Das morgendliche Sonnenlicht scheint in Bezug auf die innere Uhr und die emotionale Verfassung eine besonders wichtige Rolle zu spielen.

 

Die Sonne ist aber nicht nur wegen ihrer Auswirkung auf den Schlaf-Wach-Rhythmus von Bedeutung, sondern auch, um das für unsere Gesundheit so wichtige Vitamin D3 bilden zu können. Aus Angst vor Hautkrebs bleiben wir jedoch oft am Schatten oder schmieren uns mit einer dicken Schicht Son-nencreme voll. Natürlich ist es wichtig, sich vor einem Sonnenbrand zu schützen – nur hat das Ganze einen Haken: Im Schatten und durch die Sonnencreme hindurch ist unser Körper nicht in der Lage, genügend Vitamin D3 zu bilden. Vitamin D3-Mangel ist auf der Nordhalbkugel der Erde jedoch ein gut untersuchtes Phänomen und bringt zahlreiche gesundheitliche Nachteile mit sich. Unter anderem Müdigkeit, Nervosität und Schlafstörungen.

„Trotz der Verfügbarkeit von Nahrungsergänzungsmitteln stellt der Aufenthalt in der Sonne unverändert die natürlichste Form dar, um die Vitamin-D-Reserven aufzufüllen. Die Autoren Wabitsch, Koletzko und Moß raten in ihrem Konsensuspapier zwei Mal die Woche zu einer Sonnenexposition von je fünf bis 30 Minuten, die in den Monaten von April bis September zwischen zehn und 15 Uhr stattfindet. Dabei bleiben der Kopf, die Arme und die Beine unbedeckt und ungeschützt. Sonnenschutzmittel reduzieren den Kontakt der UV-B-Strahlen mit der Haut, wodurch sich die Vitamin-D-Produktion reduziert. Die empfohlene Zeitspanne von fünf bis 30 Minuten stellt das Optimum im Spannungsfeld zwischen Bildung von Cholecalciferol und Sonnenbrand dar. Sofern Eltern auf die Empfehlung achten, erreicht der Spiegel an Vitamin D bei Kindern ein gesundes Niveau.“[2]


So stellt sich die Frage: Könnte es sein, dass viele Kinder (und Erwachsene) deshalb schlecht (ein)schlafen, weil sie zu wenig draussen und an der Sonne sind, so dass ihre innere Uhr nicht optimal eingestellt und ihr Vitamin D3-Spiegel zu niedrig ist?

 

Sibylle Lüpold

            
    

[1] http://newsroom.ucla.edu/releases/our-ancestors-probably-didnt-get-8-hours-a-night-either

[2]  https://www.vitamindmangel.net/vitamin-d-bei-kindern.html

8. Juni 2017


Ein Kind ist keine Puppe, die auf Knopfdruck schläft!


Eine neue amerikanische Studie von Ian M. Paul et al. (Mother-Infant Room-Sharing and Sleep Out-comes in the Insight Study. PEDIATRICS 2017) verkündet die höchst bedenkliche Botschaft, dass ein frühes Ausquartieren des Kindes aus dem Elternschlafzimmer zu früherem Durchschlafen und einer längeren Schlafdauer insgesamt führe. Die Forscher hinterfragen und kritisieren nun anhand dieser einen, aus wissenschaftlicher Sicht mangel-haften Studie die internationale, kinderärztliche Empfehlung, die besagt, dass ein Kind im ganzen ersten Lebensjahr im Schlafzimmer der Eltern schlafen soll, da es dort am sichersten ist. 

 

In Anbetracht der Tatsache, dass solche Studien für Eltern völlig irreführend sind und falsche Versprechungen machen, müssen wir uns hier vier entscheidende Fragen stellen.

 

 

1. Ist diese Studie glaubwürdig? 

 

Laut der spanischen Kinderschlafexpertin Dr. rer. nat. Maria Berrozpe ist die Studie äusserst fragwürdig, da die Resultate ausschliesslich auf der Befragung und subjektiven Wahrnehmung der Mütter basieren und folglich nicht auf Korrektheit überprüft werden konnten. Hier ist anzunehmen, dass die „untersuchten“ Kinder nicht länger schliefen, sondern ganz einfach mehr Zeit im Bettchen verbrachten und sich (aufgrund der erlernten Frustration) nicht gemeldet haben. Die Zürcher Langzeitstudien (Jenni & Benz, 2007:312) haben gezeigt, dass der individuelle Schlafbedarf eines Kindes eine genetisch bedingte, stabile Grösse ist, also weder verlängert noch verkürzt werden kann. 

 

 

2. Ist frühes Durchschlafen sinnvoll?

 

Das nächtliche Aufwachen des Kindes ist für seine Entwicklung, aber auch die Eltern-Kind-Bindung aus verschiedenen Gründen (bessere Gewichtszunahme, längere Stilldauer, geringere SIDS-Gefahr etc...) von grossem Vorteil, wie auch die wunderbare Stellungnahme von Nora Imlau aufzeigt (www.facebook.com). Frühes Durchschlafen ist einzig im Interesse der Eltern (und langfristig gesehen nicht einmal das)!

 

 

3. Heißt „länger“ schlafen „qualitativ besser“ schlafen?


Nur weil ein Kind länger schläft (wie gesagt haben die “untersuchten“ Kinder vermutlich gar nicht länger geschlafen, sondern waren einfach länger ruhig), schläft es nicht besser. Schlafforscher wie Jérôme Siegel (Artikel) haben anhand Untersuchungen von Naturvölkern herausgefunden, dass diese insgesamt weniger lange schlafen als wir, aber trotzdem viel fitter sind. Schlafen ist zweifellos wichtig für die Gesundheit – aber Schlafforscher wissen heute, dass es nicht auf die Länge, sondern die Qualität des Schlafes ankommt. 

 

 

4. Haben wir als Eltern ein Recht auf „pflegeleichte“ Kinder? 

 

Es kann doch nicht ernsthaft unser Ziel sein, Kinder zu Apparaten zu erklären, die man auf Knopfdruck abstellen kann, wenn wir gerade keine Lust haben, für sie da zu sein! Elternsein heißt, sich bedingungslos auf eine zwischenmenschliche Beziehung einzulassen, die – zugegeben – sehr viel von uns abverlangt. Wir haben aber kein Recht auf Kinder, die uns nachts 12 Stunden am Stück in Ruhe lassen, genau so wenig, wie wir einen Partner finden, der sich immer nur nach unseren Vorstellungen verhält. Reale Beziehungen zu leben heißt, eigene Bedürfnisse teilweise zurückzustecken und für den anderen da zu sein, wann immer er/sie mich braucht. Wenn ich dazu nicht bereit bin, dann lebe ich besser nur virtuelle Beziehungen oder kaufe mir eine Puppe (die es übrigens auch in Erwachsenengrösse gibt und die tatsächlich zunehmend als Lebens-/Liebespartner bevorzugt wird).

 

 

Liebe Eltern, konzentriert Euch lieber darauf, WIE Euer Kind schläft, ob es entspannt einschlafen und die Nacht mit Eurer Nähe und Geborgenheit verknüpfen kann. Das wird zwar nicht dazu führen, dass es länger oder rasch durchschläft. Dafür stehen Schlafentwicklung und Eltern-Kind-Bindung von Anfang an auf einem emotional stabilen Fundament. Als Mutter wünsche ich mir, dass meine Kinder ein Leben lang GUT (und nicht primär LANGE) schlafen.

Sibylle Lüpold

6. Juni 2017


Eltern spalten sich in Bezug auf das Thema "Schlafenlernen" grob gesehen in zwei Lager: Die einen wenden Schlaftrainings wie die Ferber-methode an, um ihr Kind zum Durchschlafen zu bringen; den anderen hingegen ist es wichtig, eine Form der nächtlichen Betreuung zu finden, bei der ihr Kind nicht schreien gelassen wird. In der Schlafberatung outen sich ganz viele Eltern gleich zu Beginn: „Wir brauchen Unterstützung in Bezug auf das Schlafverhalten unseres Kindes, aber bitte ohne Schreienlassen!“...  (weiterlesen




Foto: www.pexels.com

15. März 2017


Es ist nicht egal, wie wir einschlafen!


Die meisten Eltern wären sich darin einig, dass es nicht ratsam ist, ein Kind vor dem Einschlafen einen Horrorfilm anschauen zu lassen. Es könnte aufgrund der ausgelösten Ängste nämlich nicht gut einschlafen. Tatsächlich macht es Sinn, vor dem Schlafen Aufregung und belastende Gefühle zu vermeiden und dafür die Entspannung zu fördern. Die Schlafforschung konnte belegen, dass Eindrücke kurz vor dem Schlafen besonders gut abgespeichert werden. Das Erlernen einer neuen Sprache gelingt folglich viel besser, wenn man die neuen Wörter abends studiert. 
Bereits bei kleinen Kindern verstärkt Schlaf das 

Foto: www.pexels.com   Erinnerungsvermögen. (Studie) Alleine Einschlafen zu müssen löst bei den meisten kleinen Kindern Gefühle der Angst, Einsamkeit und Ohnmacht aus. Genau das wird nun vermutlich besonders gut und bei Wiederholung dauerhaft gefestigt. 

Kinder, die hingegen liebevoll in den Schlaf begleitet werden, solange sie dies brauchen, speichern Gefühle der Sicher- und Geborgenheit ab – ein Geschenk fürs Leben.

26. Januar 2017


Die Natur hat mit »Glucken« gerechnet


In meinen Beratungen erlebe ich es leider immer wieder, dass liebevolle Mütter durch den Vorwurf Aussenstehender, sie würden ihr Kind mit zu viel Zuwendung verwöhnen oder sogar in seiner Entwicklung behindern, verunsichert werden. Diesen Müttern habe ich ein Kapitel in meinem Buch "Stillen ohne Zwang" gewidmet:


»Glucke« ist ein Begriff aus der Tierwelt und bezeichnet eine Mutterhenne, die ihre Küken wärmt, füttert und beschützt. Umgangssprachlich werden auch Menschenmütter so bezeichnet, die sich intensiv um ihre Kinder kümmern. Was in der Tierwelt eine durchaus überlebensnotwendige Funktion hat, wird bei den Menschen interessanterweise belächelt oder sogar kritisiert.Wird eine Mutter als »Glucke« bezeichnet, ist das keineswegs als Kompliment für ihren wertvollen Einsatz gemeint. Vielmehr wird ihr der Vorwurf gemacht, sie würde ihre Kinder mit ihrer übermäßigen und eigentlich unnötigen Fürsorge erdrücken... (weiterlesen)


218. Oktober 2016


Modernes Nomadenleben


Hier findest Du Doros Bericht über das Reisen und Schlafen mit zwei kleinen Kindern im Reisebus. Er zeigt wunderbar, dass Kinder keine eigenen Kinderzimmer brauchen, sondern dass die Zeit mit und Nähe zu den Eltern die tragenden Elemente glücklicher Kindernächte sind.

Herzlichen Dank, Doro, dass Du uns an Eurer Erfahrung ein Stückweit teilnehmen lässt!   







Foto: www.pexels.com

24. Juli 2016


Eltern wollen Nähe - Verteidigung einer Sehnsucht

Rezension zum Buch von Stefanie Selhorst und Michael Miedaner, Christiana Verlag 2016



Die kollektive Verdrängung des Trennungsschmerzes

 

Es gibt kaum ein Thema, das gleichzeitig so emotionsgeladen ist und so wenig wirkliche Gefühle zulässt, wie die Diskussion über die frühe (Fremd)betreuung. Die Geister spalten sich an der Frage, wo und von wem ein Kind am besten betreut wird. Trotzdem wagt kaum jemand, sich ehrlich darüber zu äussern, denn man kann dabei fast nur ins Fettnäpfchen treten. Diejenigen, die dafür einstehen, dass Kinder zu Hause und bei ihren Müttern am besten aufgehoben sind, kritisieren – ob sie es wollen oder nicht – diejenigen Eltern, die sich dafür entscheiden – aus welchem Grund auch immer – ihr Kind in Fremdbetreuung zu geben. Die Befürworter der frühen Fremdbetreuung machen umgekehrt den „Familienbetreuern“ nicht selten den Vorwurf, sie würden ihrem Kind nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten bieten... (weiterlesen)


21. Juni 2016


Was ist EEH?

Im Gespräch mit Cornelia Reichlin, EEH-Therapeutin, Leiterin der Zentrums „aava“ in Basel  www.corneliareichlin.ch


 

Die EEH (Emotionelle Erste Hilfe) eignet sich als körpertherapeutische Therapie wunderbar als Ergänzung bei vielen Still- und Schlafproblemen, die nicht mit Wissensvermittlung und konkreten Massnahmen verbessert werden können. Die EEH bietet eine ideale Grundlage für eine sichere Eltern-Kind-Bindung mit Auswirkungen auf die ganze zukünftige Beziehung und Entwicklung. Negative Emotionen sollen nicht verhindert oder beseitigt werden, vielmehr soll ein Rahmen entstehen, in dem sich Eltern und Kinder wertfrei ausdrücken dürfen und sich verstanden fühlen. Dies stärkt das gegenseitige Vertrauen und den Zugang zur Intuition


 

Sibylle: Kannst Du in wenigen Worten erklären, was die EEH (Emotionelle Erste Hilfe) ist und für wen sie konzipiert wurde?


Conny: Die Emotionelle Erste Hilfe ist eine körperorientierte Kurzzeit-Therapie für Eltern und Babys in emotionellen Krisen nach der Geburt. Sie setzt überall dort an, wo Eltern und Kinder Belastendes erlebt haben oder sich in einer belasteten Situation täglich wiederfinden. Die EEH begleitet Familien in schwierigen Situationen zu mehr Sicherheit, Kompetenz und gestärkter Bindung... (weiterlesen)

 

15. Juni 2016


Mein Kind schläft endlich gut... 

Kindernächte im Rückblick der Eltern



Eltern, die sich mit Fragen zum Schlafverhalten ihres Kindes an uns wenden, stehen meistens noch ganz am Anfang ihres Elternseins. Oft sind sie unsicher und zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten.  

 

Widersprüchliche Ratschläge von aussen verstärken diesen Zustand und schüren die Angst, etwas falsch zu machen oder den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie die kindliche Schlafentwicklung natürlicherweise verläuft und dass sie nicht aktiv mit irgendwelchen erzieherischen Methoden eingreifen müssen... (weiterlesen)